Amtszimmer – Visualisierung © iam

Amtszimmer – Visualisierung © iam

Galerie – Visualisierung © iam

Galerie – Visualisierung © iam

Momentum © iam

Salon Ferdinand – Visualisierung © iam

Salon Ferdinand – Visualisierung © iam

BeforeAfter

Robert Blum Saal – Visualisierung © iam

Großer Saal – Visualisierung © iam

Großer Saal – Foto © C.Schaum

Schloss Bellevue Wettbewerb

Standort
Berlin

LPH
Wettbewerb

Zeitraum
2026

LEITIDEE.

Mit „Momentum Bellevue“ gingen wir der Frage nach: Was können wir tun, um wichtigen Momenten, politischer und gesellschaftlicher Entwicklung einen entsprechenden Rahmen zu geben, der wiedererkennbar (Ebene des Präsidentenamtes) die Bedeutung des Anlasses unterstreicht und gleichzeitig die Sache aus Sicht der Stakeholder, Berichterstatter und Medien im bestmöglichen Licht und einer stimmigen Atmosphäre wiedergibt? Umarmend, wertschätzend und bedeutend.

Mit Momentum Bellevue entsteht hiermit auch ein innenarchitektonisches Konzept, das die repräsentativen Räume des Schlosses Bellevue als bewusst gestaltetes Setting für Begegnung auf Augenhöhe, Haltung und öffentliche Präsenz versteht, auf der Deutschland seine Position als streitbarer Gastgeber, Mittler und Unterstützer wichtiger Ereignisse nachdrücklich festigen kann. Im Zentrum steht dabei nicht die reine Repräsentation, sondern der besondere Augenblick der Begegnung: der Moment, in dem Menschen zusammenkommen, miteinander sprechen, fotografiert werden und öffentliche Wahrnehmung entsteht.

Das Konzept versteht Architektur, Licht, Farbe und Möblierung als präzise gesetzten Rahmen für diese Momente. Jeder Raum wird so gestaltet, dass Situationen entstehen können, die Offenheit, Würde, Wertschätzung und zugleich Souveränität vermitteln. Die Räume begleiten die Begegnung, geben Orientierung und schaffen Atmosphäre. Sie empfangen den Gast mit Ruhe und Selbstverständlichkeit und unterstützen die Gastgeberrolle Deutschlands durch eine zurückhaltende, aber präzise gestaltete Innenarchitektur.

Der Leitgedanke „Gastgeber für staatstragende Momente“ beschreibt dabei die zentrale Haltung des Projektes. Die Räume sollen Menschen nicht überlagern, sondern sie ins richtige Licht rücken. Architektur wird nicht als dominantes Objekt verstanden, sondern als ruhiger Hintergrund für Begegnung, Kommunikation und mediale Präsenz. Licht, Materialität, Farbigkeit und Raumproportionen greifen ineinander und schaffen eine Atmosphäre, die repräsentativ wirkt und zugleich angenehm zugänglich bleibt.

Im Mittelpunkt des Konzeptes steht die Bedeutung von Bildern in politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Fotografien prägen Wahrnehmung, transportieren Haltung und verdichten Begegnungen zu ikonografischen Momenten. Schloss Bellevue wird daher nicht ausschließlich als historischer Ort verstanden, sondern ebenso als Bühne öffentlicher Kommunikation. Jede räumliche Entscheidung reagiert auf diese besondere Rolle des Hauses.

Die Räume werden gezielt so entwickelt, dass präzise komponierte Situationen entstehen können. Gastgeber, Gast sowie Presse und Fotografen erhalten jeweils ihren klar definierten Raum innerhalb eines gemeinsamen räumlichen Settings. Dadurch entsteht eine ausgewogene Choreografie aus Nähe und Distanz, Offenheit und Schutz, Öffentlichkeit und Konzentration. Die Gestaltung unterstützt Begegnungen, ohne sie zu dramatisieren oder überzuinszenieren.

MOMENTUM BELLEVUE.

Ein zentrales Element des Konzeptes bildet das gebogene, flexibel einsetzbare Raumelement „Momentum“. Als skulpturaler Rahmen strukturiert es offene Raumzusammenhänge und schafft einen präzisen Hintergrund für Gespräche, Fotografien und öffentliche Auftritte. Das Element definiert räumliche Situationen, erzeugt Blickachsen und unterstützt die mediale Wirkung der Begegnungen.

Dabei bleibt das „Momentum“ bewusst wandelbar und anpassbar. Unterschiedliche Veranstaltungsformate, Gesprächssituationen oder Pressekonstellationen können flexibel aufgenommen werden. Das Element ermöglicht offene und freundschaftliche Begegnungen ebenso wie bewusst gesetzte Distanz oder formelle Gesprächssituationen. Die Innenarchitektur reagiert damit auf die unterschiedlichen diplomatischen und politischen Anforderungen des Hauses.

Die Formensprache des Elements orientiert sich am Goldenen Schnitt und greift zugleich die Proportionen der historischen Fenster- und Türöffnungen des Schlosses auf. Dadurch entsteht ein ruhiges und ausgewogenes Zusammenspiel zwischen Bestand und zeitgenössischem Eingriff. Die neue Struktur fügt sich selbstverständlich in die vorhandene Architektur ein und stärkt zugleich die räumliche Wirkung der historischen Räume.

Die Materialität des „Momentum“ wurde bewusst als zeitgenössischer Kontrast zum denkmalgeschützten Bestand gewählt. Die matte, samtig-chromartige Oberfläche reflektiert Licht weich und zurückhaltend und erzeugt eine subtile Spannung innerhalb der historischen Raumstruktur. Gleichzeitig verweist die Materialität auf Präzision, Technologie und Innovationskraft und steht sinnbildlich für eine moderne, offene und souveräne Haltung Deutschlands.

FARBE.

Besondere Bedeutung erhält innerhalb des Projektes das Zusammenspiel aus Farbe und Licht. Beide Elemente werden nicht dekorativ eingesetzt, sondern als atmosphärisches und mediales Werkzeug verstanden. Die Farbigkeit aller neu gestalteten Räume orientiert sich subtil an den großformatigen Graupner-Gemälden des Saales im ersten Obergeschoss. Deren pudrig-warme, zurückhaltende und zugleich elegante und leichte Farbigkeit bildet die Grundlage des gesamten innenräumlichen Konzeptes und verbindet die unterschiedlichen Räume atmosphärisch miteinander.

Aus den Gemälden werden fein abgestufte Grün-/Schwarz-, Rot-, Gold- und Dunkelnuancen abgeleitet und in eine zeitgenössische Farbwelt übersetzt. Die Räume entwickeln dadurch eine gemeinsame Identität, ohne monoton zu wirken. Jeder Raum erhält innerhalb dieser Familie eine eigene Nuancierung und Stimmung.

Besondere Bedeutung erhält dabei die Enfilade des Obergeschosses. Durch die Raumabfolge bleibt von nahezu allen Räumen aus jeweils eines der Graupner-Gemälde sichtbar. Dadurch entsteht eine subtile visuelle Verbindung zwischen den Räumen, die die Farbigkeit des Hauses atmosphärisch begründet und räumlich erlebbar macht. Die historischen Bilder wirken dadurch nicht ausschließlich als Kunstwerke, sondern als atmosphärischer Ausgangspunkt der gesamten innenarchitektonischen Haltung.

Die pastelligen Grüntöne der Wandflächen erzeugen eine weiche und gleichmäßige Lichtreflexion und wirken zugleich ruhig, hochwertig und schmeichelnd auf Hauttöne. Besonders in fotografischen Situationen entsteht dadurch eine angenehme und natürliche Wirkung. Die Farbigkeit unterstützt die Menschen im Raum und vermeidet harte Kontraste oder dominante Hintergründe. Dadurch entstehen Bilder mit hoher Ruhe und Klarheit.

LICHT.

Das Lichtkonzept verfolgt denselben Ansatz. Tageslicht und künstliche Beleuchtung werden präzise aufeinander abgestimmt, um eine ausgewogene, weiche und natürliche Atmosphäre zu erzeugen. Direkte und indirekte Lichtquellen strukturieren die Räume und unterstützen unterschiedliche Nutzungssituationen. Gleichzeitig wird großer Wert auf die Wirkung der Räume in Fotografien und Filmaufnahmen gelegt.

Die Beleuchtung vermeidet harte Schatten und überinszenierte Effekte. Stattdessen entsteht eine kontrollierte Lichtstimmung, die Menschen selbstverständlich und vorteilhaft erscheinen lässt. Der Raum schafft damit die Voraussetzung für hochwertige fotografische Situationen und unterstützt zugleich eine angenehme Aufenthaltsqualität für Gespräche und Begegnungen.

Das Zusammenspiel aus Licht, Farbe und Materialität erzeugt eine ruhige und präzise Atmosphäre, die Würde, Wertschätzung und Offenheit vermittelt. Die Räume wirken repräsentativ, ohne distanziert zu erscheinen. Sie schaffen eine Haltung des Empfangens und der Aufmerksamkeit und unterstützen die besondere Gastgeberfunktion des Hauses.

MÖBLIERUNG.

Die Möblierung der fünf Räume wird vollständig neu entwickelt und auf die jeweiligen Nutzungsszenarien abgestimmt. Dabei stehen Komfort, Qualität, Flexibilität und zeitlose Gestaltung im Vordergrund. Die ausgewählten Möbel deutscher Hersteller wie COR, Thonet und Walter Knoll verbinden handwerkliche Präzision mit langlebiger Qualität und einer ruhigen Formensprache.

Gerundete Konturen und weiche Geometrien greifen die Formensprache des „Momentum“ auf und fördern eine offene und einladende Raumwirkung. Die Möblierung unterstützt sowohl formelle Gesprächssituationen als auch informelle Begegnungen. Unterschiedliche Nutzungen können innerhalb derselben räumlichen Struktur stattfinden, ohne dass räumliche Brüche entstehen.